Juli 2010: Jugendprojekt AnderWorkOut öffnet seine Pforten

Standort Gneisenaustraße

Jugendliche mit einer langen Jugendhilfekarriere und delinquente Jugendliche haben gemeinsam, dass sie keine berufliche Perspektive haben. Die zentrale Frage zur erfolgreichen Integration in Ausbildung und Arbeit, die sich bei diesen Jugendlichen stellt, ist: Wie schafft man Stabilität, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in einem ambulanten Rahmen? Wie verhindert man, dass positive Entwicklungen abgebrochen werden? Die Antwort lautet: Durch den Aufbau eines Netzwerks, das Verantwortung dafür trägt, dass ein Jugendlicher sich nicht entzieht, sondern berufliche und soziale Perspektiven entwickeln kann.

Dieses Ziel verfolgt AnderWorkOut. Die Erfahrungen der Anderwerk GmbH in der beruflichen Jugendhilfe und bei der sozialen und beruflichen Integration von langzeitarbeitslosen Erwachsenen mit hohen Vermittlungshemmnissen haben in den letzten zwanzig Jahren immer wieder gezeigt, dass Arbeit und Beschäftigung in einem betrieblichen Kontext außerordentlich stabilisierend wirken. In diesem betrieblichen Rahmen mit sozialpädagogischer Betreuung werden berufliche Perspektiven entwickelt und erlebt. In normalen Betrieben des ersten Arbeitsmarktes scheitern diese Menschen, weil die Anforderungen und Erwartungen an Wissen und Können und insbesondere an die klassischen Arbeitstugenden zu hoch sind.

AnderWorkOut vereint die Maßnahmearten Aktivierungshilfen (Leistungen nach SGB II), Berufsbezogene Jugendhilfe und Ambulante Erziehungshilfen (Leistungen nach SGB VIII) unter einem Dach. Durch das Zusammenwirken von Jugendamt der LHSt München und ARGE für Beschäftigung München werden bereits bestehende Netzwerke genutzt und ausgebaut. Jugendliche und junge Erwachsene mit multiplen Problemlagen werden bei AnderWorkOut an das Ausbildungs-, Qualifizierungs- und Beschäftigungssystem herangeführt und beruflich integriert.

In der Arbeit mit den Jugendlichen in den Gewerken Metall / Kfz, Holz / Schreinerei und Farbe / Raumausstattung kommen folgende zentrale Methoden und Instrumentarien zum Einsatz: Arbeit und Qualifizierung, Berufsorientierung und Assessment-on-the-job, Kommunikations- und Konflikttraining, berufspädagogische Qualifizierung, Sport und erlebnispädagogische Maßnahmen, sozialpädagogische Betreuung inkl. Wohnraumvermittlung sowie Hilfestellung bei der Verselbständigung.

Vorrausetzung für die Teilnahme an der Maßnahme ist, dass die ARGE einer Zuweisung zustimmt und im Rahmen des Hilfeplanverfahrens der Jugendhilfe oder durch die Jugendgerichtshilfe geklärt ist, dass keine stationäre Jugendhilfe notwendig ist und das ambulante Setting für die soziale und berufliche Integration als ausreichend und sinnvoll eingeschätzt wird.

Der Zugang zu AnderWorkOut erfolgt auf Grundlage einer Empfehlung der Regionalen Fachteams über die Vermittlungsstellen der Sozialbürgerhäuser / Bezirkssozialarbeiter/innen, die ARGE / Arbeitsagentur und die Jugendgerichtshilfe.

Weitere Informationen erteilt

Henry Ileka (Projektleiter)
Telefon 089-82 03 09 20
Mobil 0160-244 89 81
henry.ileka@anderwerk.de