Ein Job im Land des Bauhaus
Erfolgsgeschichte IBZ
Dass es klappt, wusste Abyasa Muta* irgendwie. Schließlich war er von Indonesien nach Deutschland gekommen, um hier als Architekt zu arbeiten – im Land des „Bauhaus“. Seinen Abschluss hatte er passenderweise in Weimar gemacht. Doch der Berufseinstieg gelang nicht so reibungslos wie erhofft. Zwischen dem Traumjob als Architekt in einer deutschen Großstadt und der Realität lagen der Jakobsweg, mehr als zehn Bewerbungsgespräche und ein halbes Jahr Beratung beim IBZ Beruf von anderwerk.
Nach dem Studium folgten Praktika in Stuttgart, Marburg und München. Doch eine Übernahme blieb aus. Auf der Suche nach Orientierung, mit dem Staunen über Sakralbauten im Gepäck, wanderte er im Sommer 2021 den Jakobsweg. Eineinhalb Jahre arbeitete er in einem Planungsbüro. Sein Ziel: eine Spezialisierung in der Bauüberwachung. Er hatte hier einen befristeten Vertrag für 18 Monate, doch dieser wurde wegen der allgemeinen Wirtschaftskrise nicht verlängert. Die Agentur für Arbeit schlug eine Weiterbildung zum Bauleiter vor – mit Schwerpunkten in Arbeitsschutz und Building Information Modeling (BIM). Doch trotz Weiterbildung wollte sich der Bewerbungserfolg nicht einstellen. Das Jobcenter München griff dann auf ein bewährtes Angebot aus dem Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) zurück: „Im November 2024 kam er dann zu uns“, berichtet Julian Merkl vom IBZ Beruf anderwerk.
Individuelle Anpassung der Bewerbung an Unternehmen
In den wenigen privaten Gesprächen mit seinem Berater erzählte Abyasa Muta von seiner Familie: vom Holzhaus seiner Großeltern, von seinem Vater, einem Zimmermann, der ihm die Liebe zum Bauen mit Holz vermittelt hatte. Seine Begeisterung für deutsche Architektur hatte schließlich dazu geführt, nicht in seinem Heimatland Indonesien, sondern in Deutschland zu studieren. Ursprünglich wollte er sich darauf konzentrieren, Bestandsgebäude zu renovieren und zu erhalten.
Bei anderwerk ging es dann los: „Wir sind jede Bewerbung durchgegangen“, so Julian Merkl. In den regelmäßigen Treffen besprachen die beiden den Stil und die individuellen Anpassungen der Unterlagen an die Unternehmen. „Er ist ein entschlossener Typ, der schon früh den Traum hatte, etwas zu schaffen und zu gestalten“, beschreibt ihn Julian Merkl. Im Grunde scheiterte Abyasa Muta laut seinem anderwerk-Berater bislang an mangelnder Berufserfahrung und den eigentlich unbegründeten Zweifeln der Arbeitgeber an seinen Deutschkenntnissen. „Die Ansprüche der Unternehmen sind aktuell sehr hoch“, so Julian Merkl. „Eine Bewerbung wird maximal 60 Sekunden angeschaut. Unser Ziel war es, in der Zeit, mit der Bewerbung alle Fragen zu beantworten.“
Neue Impulse durch die Beratung
Je häufiger die beiden sich bei anderwerk trafen, desto offener wurde Abyasa Muta für Verbesserungsvorschläge. „Die Bewerbungen waren anfangs sehr schematisch“, sagt Julian Merkl. Schritt für Schritt verbesserte Muta seine Unterlagen und besuchte zusätzlich Sprachcafés, um sein Deutsch aufzupolieren. Dazwischen hatte er einen Mini-Job als Bauleiter, absolvierte viele Vorstellungsgespräche – und bekam immer wieder neue Impulse durch die Beratung.„Wir übten Gehaltsgespräche, checkten Stellenbörsen, und ich zeigte ihm oft weitere Möglichkeiten“, erklärt Julian Merkl. „Viele Unternehmen haben mehrere Standorte – wenn es hier nicht klappt, dann vielleicht woanders.“ Und es hat geklappt: Abyasa Muta hat die Ratschläge seines anderwerk-Beraters angenommen und nun eine feste Stelle in Hamburg.
*Name von der Redaktion geändert











